Nannerl Mozart, großes Weihnachtstheater des Liederkranz Weiler in den Bergen e.V.

Weit über das normale Dorftheaterniveau hinaus hat das Ensemble Operea Gamundia des Liederkranz Weiler i.d.B. etwas Einzigartiges auf die Beine gestellt. So wurde im Mozartjahr nicht nur dem großem Wolfgang Amadeus gehuldigt sondern jetzt zum Jahresende auch seiner Schwester der nicht weniger talentierten Maria Anna Mozart, genannt Nannerl.

Nannerl trat in ihrer Jugend mit Bruder Wolfgang Amadeus Mozart europaweit als Pianistin in Konzerten auf. Sie spielte mit elf Jahren die schwersten Sonaten und Konzerte auf dem Klavier. Sie wurde vom Vater aber nicht in gleicher Weise unterstützt wie ihr Bruder. Es sind von ihr nur kleine Tonsatzübungen überliefert, aber keine Eigenkompositionen. So trat sie nie aus dem Schatten ihres Bruders heraus und konzentrierte sich in späteren Jahren auf ihre Familie und ihre Tätigkeit als Klavierlehrerin.

Nachdem ihr Vater einer Ehe mit dem Kammerherrn Franz Armand d’Ippold nicht zugestimmt hatte, ging sie 1784 eine Vernunftehe mit dem 15 Jahre älteren Johann Baptist Reichsfreiherr Berchtold von Sonnenburg (1736-1801) ein und lebte mit ihm in St. Gilgen im Geburtshaus ihrer Mutter. Ihr Mann brachte fünf Kinder aus zwei Ehen ein, und sie gebar drei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes 1801 kehrte sie nach Salzburg zurück und war dort eine sehr geschätzte Klavierlehrerin. Im Alter von 74 Jahren erblindete sie. Auf ihren Wunsch hin wurde sie 1829 in der Kommunengruft am Friedhof von St. Peter in Salzburg begraben.

Mit Richard Arnold dem Vorsitzenden des Liederkranzes und Manfred Laduch, dem Stellvertretenden Vorsitzenden des AGV 1959, waren gleich zwei unserer Mitglieder aktiv beteiligt.

Das der Salzburger und Wiener Dialekt breit schwäbisch daherkam störte überhaupt nicht. Das aber der Beleuchter die Darsteller teilweise arg im Dunkeln stehen lies, war vor allem für die hinteren Ränge nicht optimal. Die Akustik war für Turnhallenverhältnisse sehr gut. Die schauspielerische und musikalische Leistung dieser anrührenden Geschichte drängte meine Gattin zu dem einen oder anderen Tränchen. Was ein großes Kompliment für das Ensemble ist. Hervorzuheben ist auch die Mitwirkung des Kinderchores Colibri. Lena Schmid, die die fünfjährige Nannerl spielte und Jasmin Fritz berichteten der Onlineredaktion des AGV 1959 begeistert und direkt nach Ihrem Auftritt. Für die Kinder ist es ein langer anstrengender Tag, der schon um 16:00 Uhr beginnt und mit dem letzten Vorhang abends endet.

Weitere Vorstellungen am 2./3./5./6. Januar 2007 in der Bernhardushalle in Weiler i.d.B.