Mit Karl IV. durch die Burg

AGV 1959 zum Jahresausflug in Nürnberg

 © Gmünder Tagespost 13.07.2011

Der Gmünder Altersgenossenverein 1959 machte sich mit der Bahn auf den Weg zu seinem Jahresausflug nach Nürnberg. Gleich nach der Ankunft und dem Bezug des Hotels ging es in den Untergrund.

Schwäbisch Gmünd/Nürnberg. Eine Führung erschloss den Gmündern die riesigen Keller, die schon im Mittelalter in vier Ebenen unter der Altstadt angelegt worden waren. Die Nürnberger bewahrten dort Lebensmittel – vor allem Bier – auf. Im Zweiten Weltkrieg retteten die uralten Keller als Bunker vielen Menschen das Leben. Als die Gmünder die Nürnberger Unterwelt wieder verließen, landeten sie direkt bei einer Brauerei mit Gaststätte, in der sie promt einkehrten.

Später marschierten die 59er bei großer Hitze den steilen Weg zur Burg hinauf. Dort empfing sie Stadtführer Dieter Zemann, der sich als Kaiser Karl IV. verkleidet hatte. Während der rund zweistündigen Führung begleitete er die Gruppe durch die schönsten Räume der Kaiserburg und wusste darüber und über seine Zeit im 14. Jahrhundert viel zu erzählen.Trotz der riesigen Fülle an Informationen sank nie die Aufmerksamkeit, denn Dieter Zemann bezog die Gäste intensiv in sein Kaiser-Spiel mit ein und glänzte vor allem durch großartigen Humor.

Das Mittelalter wollte an diesem Tag gar nicht mehr enden, denn der Kaiser begleitete die Gmünder noch am Dürer-Haus vorbei zum Keller unter der „Alten Küchn“, wo ein Rittermahl auf die 59er wartete.

Einzig ein Messer stand zum Genießen der sieben Gänge zur Verfügung, was besonders bei der Suppe zu lustigen Verrenkungen führte. Begleitet wurde der gesamte Abend von Frank Noris, der als mittelalterlicher Barde auf der Laute alte Lieder sang, die Regeln des Mahls erläuterte und Zuwiderhandelnden die Schandgeige um den Hals legte. Später wurde gemeinsam die musikalische Literatur vieler Jahrhunderte gesungen und als die AGVler den Alois anstimmten, erhielten sie von den anderen Gruppen im Keller donnernden Beifall.

Am nächsten Morgen stand eine Führung über das einstige Reichsparteitagsgelände auf dem Programm. Am Nachmittag gab es noch eine Führung durch die Innenstadt mit dem schönen Brunnen, der Frauenkirche, der Fleischbrücke, dem Henkershäuschen und dem Weißen Turm mit dem Ehekarussell.

 

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