AGV Prag

Direkt unter Genschers Balkon

AGV 1959 auf 55er-Ausflug vierTage lang in Prag

AGV PragDemnächst feiert der Schwäbisch Gmünder AGV 1959 sein 25-jähriges Bestehen und in diesem Jahr haben alle Mitglieder einen halbrunden Geburtstag. Grund genug für die längste Reise der Vereinsgeschichte, den viertägigen 55er-Ausflug nach Prag mit vielen Höhepunkten.

Schon auf der Hin­reise gab es einen spannenden Zwischen­stopp in Pilsen mit Besichtigung der be­rühmten Brauerei samt ihren riesigen früheren Kühlkellern.

Nach der Ankunft in Tschechiens Hauptstadt und dem Zimmerbezug ging es auf ein Moldau-Schiff, wo im Verlauf einer zweistündigen Tour nicht nur ein gutes Büffet sondern auch der Blick auf die nächtlich beleuchteten, beeindru­ckenden Bauwerke an den Ufern genos­sen werden konnte. Am nächsten Morgen stand das absolute Glanzlicht an. Durch Vermittlung von MdL Stefan Scheffold, selbst Mitglied der 59er, wurde die Grup­pe in der – Touristen normalerweise nicht bzw. nur in konsularischen Angelegen­heiten zugänglichen – deutschen Botschaft empfangen; nach monatelanger Vorbereitung sowie vor Ort einer intensi­ven Sicherheitskontrolle. Und dann stand man fast auf den Tag genau ein Viertel-Jahrhundert nach den Ereignissen unter jenem Balkon, von dem aus der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Prager Botschaftsflüchtlingen ihre Ausreiseerlaubnis verkündet hatte. Die interessante Führung endete mit einem Film, der die Dramatik des Geschehens nochmals deutlich machte.

Am Nachmittag warteten zwei Stadt­führer auf die Altersgenossen und brach­ten sie unter vielerlei Erläuterungen von der Botschaft über die Kleinseite und die Karlsbrücke in die Altstadt. Am Altstäd­ter Ring wurde die berühmte astronomi­sche Uhr studiert und über den Wenzels­platz ging es wieder in Richtung Hotel. Am Abend war ein Besuch im Schwarzen Theater gebucht, der aufgrund der unge­wöhnlichen Inszenierung ganz unter­schiedliche Reaktionen hervorrief.

Auf die Prager Burg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten führte der Weg am nächsten Morgen – wieder mit den beiden Stadtführern. Hier war sicher der Veits­dom der Höhepunkt, wusste man doch, dass das wunderbare Gotteshaus zum Peter Parler zu verdanken war. Aus gro­ßer Entfernung war seine Büste im Triforium zu erkennen und ganz aus der Nähe konnte man einen Blick auf seine 1929 bei der Sanierung des Doms gefundene Grabplatte werfen.

Nachdem der Nachmittag zur freien Verfügung gestanden hatte, ging es Abends in das riesige Brauereilokal „U Fleku“. Dort machten die 59er dermaßen Stimmung, dass sich nicht nur eine Grup­pe aus Niedersachsen mit ihrem „sturm­fest und erdverwachsen“ zum Sänger­wettstreit mit dem „Alois“ messen wollte, sitzende japanische Delegation ganz aus dem Häuschen war angesichts so viel Remmidemmi.

Den Heimweg hatten die Organisatoren noch mit einem Schmankerl garniert: Nach zwei Stunden Fahrt wurde in Karls­bad Station gemacht, um unter Leitung zweier Stadtführerinnen einen Blick auf die sehr beeindruckende Bäderarchitek­tur zu werfen.

Natürlich war der Bus anschließend um einige Pakete Oblaten und eventuell ein paar Fläschchen Becherovka schwerer. Der Abschluss fand in der Linde in Wöllstein statt . (Qelle: Rems Zeitung – ML)